Konventionelles KW Westfalen
Steinkohle-Doppelblock Kraftwerk Westfalen, Blöcke D und E, RWE Power AG
Die Beauftragung unseres Unternehmens mit der Gesamtplanung des Steinkohledoppelblockes Westfalen stellt sicherlich den größten Meilenstein in der Unternehmensgeschichte dar. Envi Con wird hierbei mit vielen namhaften Planungspartnern zusammenarbeiten, ist jedoch grundsätzlich alleiniger Auftragsnehmer und damit hauptverantwortlicher Planer. Es handelt sich um den größten Engineering Auftrag an ein Einzelunternehmen in der jüngsten Branchengeschichte. Für den Bau der zwei Kraftwerksblöcke wird RWE mehr als 1,5 Mrd. € investieren. Das Kraftwerk wird nicht schlüsselfertig geliefert, sondern von RWE Power durch Einzelkomponentenvergaben in Eigenregie errichtet. Die erste Projektphase konnte bereits mit der Konzeptplanung, Anlagenoptimierung und Anfrage / Beschaffung der Hauptkomponenten erfolgreich abgeschlossen werden. Im Anschluss daran wird der Genehmigungsantrag erarbeitet, danach die vorgezogene Ausführungsplanung umgesetzt.
Ausführungszeitraum 02/2006 bis 02/2012 |
||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 |
Unsere Leistungen
- Vorplanung
- Erstellung der Genehmigungsunterlagen und vorgezogene Ausführungsplanung
- Ausführungs- und Gesamtplanung
- Koordinierung aller Planungsaktivitäten
- Systemplanungen und Engineering in den Bereichen Verfahrenstechnik, Komponententechnik, Anordnungsplanung, Bautechnik, Elektro- und Leittechnik
- Erstellung technisch / wirtschaftlicher Konzepte
- Erstellung von Ausschreibungen, technische Angebotsvergleiche
- Terminplanung
- Baustelleneinrichtungsplanung
- Vor- und Detailplanung der HD-, MD- und ND-Rohrleitungssysteme
- Tragwerksplanung für Massiv- und Stahlbau
- Schnittstellenkoordination sowie Probebetriebs- und IBS-Begleitung auf der Baustelle
Projektbeschreibung
RWE Power AG wird in seinem Kraftwerk Westfalen am Standort Hamm eine neue Doppelblockanlage mit einer Brutto-Leistung von ca. 2 x 800 MW errichten. Die am Standort vorhandenen Alt-Anlagen (2 x 152 MW und 1 x 284 MW) sollen 2010 bzw. 2014 stillgelegt werden. Hauptbrennstoff der Altanlagen und der neuen Blöcke ist Import-Steinkohle, die über den Datteln-Hamm-Kanal zum Standort transportiert wird.
Wesentliche Planungsbasis ist die Erzielung eines hohen Kraftwerksnettowirkungsgrades (ca. 46 %) bei hoher Anlagenverfügbarkeit und der Einsatzfähigkeit der Blöcke im Grundlast- und im Mittellastbereich. Darüber hinaus werden verschiedene am Standort vorhandene Anlagen und Einrichtungen (z.B. Bekohlungsanlage) auch für die Versorgung der neuen Blöcke eingesetzt und ggf. erweitert und modernisiert. Diese Einbeziehung vorhandener Anlagen und ihr Weiterbetrieb über die Stilllegungszeitpunkte der Alt-Blöcke hinaus tragen somit zur Wirtschaftlichkeit der neuen 800 MW-Blöcke bei. Ein neues modernes Ver- und Entsorgungszentrum für Kalkstein, Gips und Asche werden an die Verkehrsinfrastruktur so angebunden, dass An- und Abtransport sowohl über Straße, Schiene und Wasserweg möglich sind.
Als Dampferzeuger kommen Durchlauf-Dampferzeuger in Turmbauart mit hohen Dampfparametern (FD: 600°C / 285 bar, ZÜ: 610°C) zum Einsatz. Diese Parameter erfordern den Einsatz neuer Werkstoffe, so z.B. P92 für FD- und HZÜ-Rohrleitungen und stellen damit eine Herausforderung für den Auftraggeber, den Gesamtplaner und die Lieferanten für Dampferzeuger, Dampfturbine und Rohrleitungssysteme dar.
Die die Generatoren antreibenden Dampfturbinen sind 4-gehäusig ausgeführt mit einem Abdampfdruck von ca. 40 mbar. Die Kondensation des Turbinenabdampfes erfolgt über Kühlwasser, das in je 1 Naturzug-Nasskühlturm rückgekühlt wird. Das Kondensat / Speisewasser wird über eine 9-stufige Vorwärmanlage aufgewärmt und dem Dampferzeuger über Kondensatpumpen / 1 Kesselspeisepumpe mit Dampfturbinenantrieb wieder zugeführt. Die von den Generatoren der beiden Kraftwerksblöcke erzeugte elektrische Energie wird über eine 380 kV-Trasse in die Schaltanlage Hamm-Uentrop eingespeist. Das bei der Verbrennung in den Dampferzeugern entstehende Rauchgas wird je Block über 1 Entstickungsanlage, 1 E-Filter und 1 Entschwefelungsanlage von Schadstoffen gereinigt und mit den Kühlturmschwaden in die Atmosphäre entlassen.




